Die schleichende Gefahr – der Boiled-Frog-Effekt (I)

Langsame Verschlechterungen sind deshalb so gefährlich für Unternehmen, weil sie meist (zu) spät erkannt werden.

Ob es sich um eine Apotheke oder eine Versicherungsgesellschaft handelt – im Umgang mit Problemen zeigen die meisten Unternehmen eine ähnliche Herangehensweise: Krisen, die plötzlich auftreten, aktivieren alle Ressourcen zur Lösungsfindung. Zeigen sich jedoch Verschlechterungen nur allmählich und kontinuierlich, so werden sie weder ernst genommen noch kuriert, bis im schlimmsten Fall das Unternehmen zugrunde geht.

Der „gekochte Frosch“
Das Problem der Nicht-Reaktion auf langsame Verschlechterungen wird als Boiled-Frog-Effekt („Gekochter-Frosch-Effekt“) bezeichnet, weil es einem Phänomen aus dem Tierreich gleicht: Wird ein Frosch in heißes Wasser geworfen, springt er sofort wieder heraus. Wird das Wasser, in dem er sich befindet, langsam erhitzt, findet er es noch eine Zeit lang recht gemütlich. Wird es ihm dann doch zu heiß, hat er nicht mehr die Kraft aus dem heissen Wasser zu  springen... er wird gekocht und verendet.

Kein Unternehmen kann sich eine derartige Verhaltensweise leisten, doch leider haben viele einen „Boiled-Frog-Blind Spot“ entwickelt. Der Fokus liegt auf dem vermeintlich guten Ist-Zustand; es wird vergessen, dass (Ver-)Änderungen an der Tagesordnung stehen und somit Verschlechterungen als potenzielles Risiko „eingeplant“ gehören.

Ein Boiled-Frog-Effekt ist deshalb für jedes Unternehmen so tückisch, weil jede schleichende Verschlechterung stets Wellen verursacht, die das gesamte Unternehmen erfassen können. Denn die Abwärtsentwicklung eines Unternehmensbereiches beeinflusst stets auch andere Bereiche innerhalb und außerhalb des gesamten Betriebes.

Beispiele: Anzeichen des Boiled-Frog-Effekts

  • Hat sich allmählich die Mitarbeiterbindung in einem Industriebetrieb negativ entwickelt, droht ein Qualitätsverlust in vielen Bereichen des Unternehmens: Bei der Freisetzung von Innovationen, der Produktion, dem Verkauf, den Kundenbeziehungen – und letztendlich wieder beim Umsatz.

  • Tritt in einer KFZ-Werkstatt eine schleichende Verschlechterung in der Beziehung zu Lieferanten und Zuliefern auf, wirkt sich dies mit der Zeit nicht nur auf die Produktion und die rechtzeitige Bereitstellung der Ware aus sondern auch auf die Kundenbeziehungen (Abwanderung droht) – und letztendlich auf den Verkauf und Umsatz.

  • Verschlechtern sich in einer Apotheke allmählich die bestehenden Kundenbeziehungen, gibt es für die Kunden keinen klar ersichtlichen Grund in der Apotheke zu kaufen, wandern sie zur Konkurrenz ab. Dies bewirkt einen Imageverlust, der in weiterer Folge zu einer Verstärkung der „Abwanderungstendenzen“ führen und den (finanziellen) Erfolg massiv beeinträchtigen kann.

Für alle Unternehmen gilt es daher, diesem Boiled-Frog-Effekt möglichst früh zu erkennen und ihm rasch entgegenzuwirken. Im nächsten Onlinemagazin informiert Sie Teil 2 der Serie bezüglich effektiver Möglichkeiten, um aus der Abwärtsspirale rechtzeitig auszubrechen.

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